VLamax erklärt

Die unterschätzte Kennzahl für Ausdauerathleten

07.08.2025

Wenn im Radsport von Leistungsdiagnostik die Rede ist, stehen meist VO2max und FTP im Mittelpunkt. Doch in den letzten Jahren hat sich eine weitere Kennzahl als entscheidender Performance-Faktor etabliert: VLamax – die maximale Laktatbildungsrate.

 
VLamax erklärt

Was ist VLamax?

VLamax beschreibt, wie schnell dein Körper – genauer gesagt deine Muskulatur – in der Lage ist, Laktat zu produzieren. Sie ist ein Maß für die maximale Leistung des anaeroben Stoffwechsels (anaerobe Glykolyse). Während VO2max die aerobe Leistungsfähigkeit misst, steht VLamax für die anaerobe Power.


Warum ist VLamax so wichtig?

Laut Sebastian Weber von INSCYD erklärt VLamax bis zu 75 % der Leistungsunterschiede zwischen Amateuren und Profis – deutlich mehr als VO2max allein. Der Grund: VLamax beeinflusst direkt die anaerobe Schwelle (FTP) und den Fett- bzw. Kohlenhydratverbrauch.


VLamax im Athletenprofil

Typische Bereiche (mmol/l/s) – Werte aus INSCYD-Tests und Praxiserfahrung:

Athletentyp VLamax
Ironman-Profi 0,2 – 0,4
Zeitfahrer / GC 0,3 – 0,5
Allrounder 0,4 – 0,6
Klassikerfahrer 0,5 – 0,7
Sprinter 0,7+

Wie wird VLamax gemessen?

Früher nur mit aufwändigen Laktattests oder Muskelbiopsien möglich, lässt sich VLamax heute mit praxistauglichen Methoden wie den INSCYD-Tests ermitteln. Dabei wird aus definierten Belastungsprotokollen mit den Leistungsdaten die maximale Laktatbildungsrate berechnet.


VLamax gezielt trainieren

Das Besondere: VLamax ist trainierbar – in beide Richtungen. Je nach Ziel und Disziplin kann es sinnvoll sein, den Wert zu senken oder zu steigern.

VLamax senken (z. B. für Zeitfahren, Ironman)

VLamax steigern (z. B. für Sprint, Cross, Zwift-Rennen)


Fazit

VLamax ist mehr als eine Zahl – sie ist der Schlüssel zur individuellen Trainingssteuerung. Wer seine VLamax kennt und gezielt anpasst, kann die Leistungsfähigkeit auf ein neues Level bringen. Der Leistungsteest mit INSCYD liefert dafür die passenden und Analysewerkzeuge.

Gerade in Kombination mit VO2max ergibt sich ein vollständiges Bild des Athletenprofils: aerobe Kapazität + anaerobe Power = maximale Performance.